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Von "Insekt:innnen" und "Gäst*innen"
zuletzt bearbeitet am 15.12.2025
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Insekt:innnen © 2023 KopfsplitterFoto
Ein besonders dümmliches Beispiel für den Gender-Unfug fotografierte ich 2023: "Paletten-Platte für Insekt:innnen". Selbst Tiere werden sinnfrei gegendert. Und das ist in diesem Fall besonders blödsinnig. Denn weder in der Einzahlform "das Insekt" noch im Plural "die Insekten" wird der männliche Artikel benutzt.
Zwei Beispiele ohne Doppelpunkt oder andere Sonderzeichen aus der Gendernarretei sind: "Begeisterte" und "Wohnungsteilende". Was könnte sich hinter diesen Begriffen verbergen? Vermutlich wissen die meisten unserer Mitmenschen nichts damit anzufangen. Und es stellt sich die berechtigte Frage, ob überhaupt einer diese in seiner Alltagssprache verwendet. Vermutlich keiner. Denn eigentlich ist die menschliche Sprache "erfunden" worden, um sich miteinander verständlich auszutauschen.
Seit Anfang 2021 wurden im Oline-Duden Tausende Personen- und Berufsbezeichnungen aktualisiert und neu aufgenommen, um genderneutaler zu sein. Arzt und Ärztin haben nun getrennte Einträge. Auch stehen jetzt zum Beispiel der Bäcker und die Bäckerin, der Richter und die Richterin, der Mieter und die Mieterin sowie der Kunde und die Kundin im digitalen Duden.
Was da noch einigermaßen plausibel erscheinen mag, wird aber bei anderen Bezeichnungen zur Willkür. Ganz davon abgesehen, dass wir uns bei einer Personen- und Berufsbezeichnung bildlich erst mal keine primären oder sekundären Geschlechtsmerkmale vorstellen, so tauchen sofort wichtige Fragen auf. Sind in der Bäckerinnung nur noch Männer organisiert? Nimmt dann ein Mieterverein nur noch männliche Mieter auf und die Frauen gründen ihren eigenen. Und wer darf dann die Kundentoiletten benutzen? Nur noch die Männer? Auf einmal gibt es Probleme, wo vorher überhaupt keine waren. Das nennt man dann Fortschritt in gewissen Kreisen.
Aber es wurden auch ganz neue Wörter erfunden, "die Gästin" oder "die Bösewichtin" zum Beispiel. Ob auch "die Trottelin" neu ist oder angeblich der Umgangssprache entstammt, können wir im Nachhinein nicht mehr feststellen. Die ehemalige Duden-Chefredakteurin und "Bösewichtin" Kathrin Kunkel-Razum behauptet, dass die Neuaufnahmen keinen Eingriff in den Sprachgebrauch bedeuten, sondern dass nur die Veränderung der Sprache in der Gesellschaft abgebildet werde. Das ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten, denn die Gesellschaft lehnt diesen Unfug mit großer Mehrheit ab und benutzt ihn in ihrer Alltagssprache nicht.
Gäst:innnen © 2025 KopfsplitterFoto
Ein krasses und vollkommen sinnfreies Beispiel für die Gender-Verblödung entdeckte ich 2025 auf einer Regenbogenfahne (natürlich!) an einer Kneipe in Wuppertal. Es versteht sich von selbst, dass die ziemlich verdreckte Spelunke - trotz der Mahnung - insbesondere auch durch die Geräuschentwicklung ihrer "Gäst*innen" in der Nachbarschaft unangenehm auffiel.
Bei den Öffentlich-Rechtlichen hören und lesen die erstaunten Gebührenzahler: "Jeder Themenraum wird von zwei Themenpat*innen der ARD begleitet." Was zum Teufel ist ein "Themenpat"? Der MDR fragte im Dezember 2021: "Ein 'alter weißer Mann' kommt zu Weihnachten ... Ist das noch zeitgemäß?" Statt "Morgen kommt der Weihnachtsmann" werden wir vielleicht bald gezwungen sein "Morgen kommt die Weihnachtsperson" oder "Morgen kommt die Weihnachtskraft" zu singen.
Die Politikerin der Bündnisgrünen Renate Künast weiß genau Bescheid: Es muss "Bürger*innenmeister*in" geschrieben werden. Weitere Netzfunde: "Jede*r ist seines*ihres Glückes Schmied*in". Und weiter geht es: "Nur jede/r sechste Wissenschaftler/in ist eine Frau." Bei "Zuschauer*innentribünen" kommt uns ungewollt das Wort Außentribühnen in den Sinn. "Christ*innen" wird erst durch ihre ausdrückliche Benennung klar, dass auch sie dem Christentum angehören. Und "IS-Kämpfer*innen" erscheinen gleich viel sympathischer, weil sie voll divers sind. Auch die Salzburger Festspiele haben ein Problem: Ist ihr "Jedermann" noch zeitgemäß?
Muss man Kristin Rose-Möhring kennen? Sie ist in der Versenkung verschwunden, kann aber vielleicht noch zur Abschreckung dienen. Die SPD-Frau mit dem Doppelnamen hat in ihrer Zeit als Gleichstellungsbeauftragte des Bundesfamilienministeriums einen hausinternen Rundbrief anlässlich des internationalen Frauentages am 8. März 2018 geschrieben. Darin schlug sie vor, den Text der deutschen Nationalhymne geschlechterneutral umzuformulieren. Statt "Vaterland" sollte es "Heimatland" heißen und statt "brüderlich mit Herz und Hand" sollte die Formulierung "couragiert mit Herz und Hand" lauten. Das ging selbst Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Steinmeier zu weit.
Welch Geistes Kind die Frau ist, konnte schon in einem Beitrag einige Jahre zuvor auf der Website des Rehm-Verlags festgestellt werden. Sie schrieb: "Schön finde ich gegenderte Wortreihen wie 'Ottilie Normalverbraucherin' oder auch 'Ottoline Shopping Queen', 'was Hänschen nicht lernt, wird Gretchen ihm schon beibringen', 'wo keine Klägerin, da keine Richterin' oder auch 'Hanna Dampf in allen Gassen' – das alles lernt sich schnell aussprechen und effektvoll einsetzen; und es lockert vermeintlich dröge Reden auf..." Tusch und Beifall!
Dankbar nehmen wir jedoch zur Kenntnis, dass nicht alles gegendert werden sollte. "Platzhirschkuh" statt "Platzhirsch" gefällt der ehemaligen Gleichstellungsbeauftragten nicht. Auch "Sündenziege" statt "Sündenbock" nicht. Und die "Trümmerfrau" muss nicht durch den "Trümmermann" ergänzt werden. Diese Beispiele stehen stellvertretend für zigtausend ähnliche "Problemfälle". Ganze Legionen von Sprachforschern werden damit auf Jahre ausgelastet sein.
Dann gibt es noch die nichtbinäre Person Lann Hornscheidt. Der Autorenname ist auch Antje Lann Hornscheidt. Seines oder ihres Zeichens Gender-Forscher bzw. Gender-Forscherin. Diese Person favorisierte lange Zeit das Gender-x. Wir zitieren hier (aus Lustlosigkeit) Galileo.TV:
"Gendern mit x: Wird auch als x-Form oder als Gender-x bezeichnet und soll die Sprache unabhängig vom Geschlecht darstellen. Nach Möglichkeit wird bei Substantiven im Singular ein x (Aussprache: 'iks') und im Plural ein xs (Aussprache: 'ikses') an den Wortstamm gesetzt. Beispiele: Professx, Studierxs, Angestelltx, dex gutx Studierx."
Stopp! Kommando zurück! Nach der jahrelangen Selbstbezeichnung als "Profex Drex" (Prof. Dr.) verwendet Hornscheidt laut Wikipedia seit April 2021 die neue Endung -ens: "Prof.ens Dr.ens". Hör auf, ich kann nicht mehr!
Handelt es sich um eine Form von Selbstbefriedigung? Ist das ein Drogenersatz? Wer ist dafür verantwortlich, dass man seinen Lebensunterhalt davon bestreiten kann? Mit solchen Absurditäten beschäftigen sich wohlstandsverwahloste Gruppen der Gesellschaft. Kulturrevolution light. Immer noch besser als Krieg. Aber wer weiß, ob nicht auch der ehemalige SED-Chef Honecker heute behaupten würde: "Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochsin noch Eselin auf." Der Satz musste hier einfach noch untergebracht werden.
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